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Wirkungen

Übungsreihen

Meditation

Die Übungsreihen

Die Übungsreihen des Yoga wirken heilend auf das entsprechende Körpersystem, indem sie die Organfunktion, zum Beispiel des Herzens, verbessern und gleichzeitig die Energie in diesem Bereich frei fließen lassen. Zusätzlich beeinflusst jede Übungsreihe den gesamten Körper und unsere Vitalität. Sie können die einzelnen Übungsreihen auch in unregelmäßiger Abfolge üben. An einem Tag haben Sie Lust, beispielsweise etwas für Ihre Wirbelsäule zu tun. An einem anderen Tag fühlen Sie, dass Ihr Verdauungssystem eine Stärkung nötig hätte. Eine bessere Wirkung erzielen Sie jedoch, wenn Sie eine Übungsreihe in einem bestimmten Rhythmus ausführen.

In vielen alten, uns überlieferten Schriften werden Übungsperioden von 40 Tagen, 90 Tagen und drei Jahren genannt. Üben Sie eine Yogareihe für 40 Tage, so ersetzen Sie eine alte Gewohnheit durch eine neue. Das betreffende Organ wird zum Beispiel auf neue, gesündere Weise funktionieren und reagieren. Eine weitere Herausforderung ist es, die Übungen für 90 Tage fortzusetzen. Nach dieser Zeit wird die neue Reaktionsweise fest in ihnen verwurzelt. Machen Sie schließlich eine Übungsreihe oder eine Meditation regelmäßig drei Jahre lang, so verändern sie sich grundlegend und dauerhaft.

Beginnen wir nun mit der Praxis. Am Anfang aller Erleuchtung steht das Üben. Auch im Kundalini-Yoga fallen die Meister nicht vom Himmel. Deshalb ist es gerade für Anfänger besonders wichtig, regelmäßig zu üben. Schon eine halbe Stunde Kundalini-Yoga pro Tag verbessert Ihr Energiepotential und Ihre Gesundheit schlagartig. Die liebevolle Zuwendung zu unserem Körper und der positive Einfluss auf unser Gemüt wird schnell mit mehr Vitalität und größerer Lebensfreude belohnt.

Meditation erscheint trotz vieler Veröffentlichungen den meisten Menschen noch als etwas Fremdartiges: Eine mysteriöse Angelegenheit, die aus Asien kommt. Ein unbekannter Vorgang, der vielleicht sogar Angst auslöst. Eine Übung, bei der man die Augen zumacht und darauf wartet, das etwas passiert. Jeder Mensch hat aber schon öfters in seinem Leben meditiert, ohne es vielleicht zu wissen. Wenn wir zum Beispiel aus dem Fenster blicken und die Wolken betrachten, so ist dies schon eine Form der Meditation. Wir schauen in den Himmel und lassen unseren Gedanken ihren freien Lauf. Ein Mensch, der in Stille meditiert, unterscheidet sich äußerlich nicht von jemanden, der schläft. In Wirklichkeit ist er jedoch äußerst achtsam und wach. Meditation bedeutet sinnende Betrachtung oder geistige Versenkung. Im Wort Meditation ist der Begriff Medi enthalten, abgeleitet von Medius, die Mitte. Verwandte Wörter sind Medizin (Heilkunde, Arznei) und Medicus (Arzt). Die Verbindung von Betrachten und in die Mitte kommen scheint also etwas mit Heilung zu tun zu haben.

Meditation ist ein Vorgang, bei dem wir unseren Geist auf eine spezielle Weise benutzen. Dafür benötigen wir Achtsamkeit. Machen Sie einmal die folgende Übung. Schließen Sie die Augen und stellen Sie fest, was passiert: Sofort kommt irgendein Gedanke in Ihr Bewusstsein. Schon gleich erscheint der nächste und dann wieder ein anderer Gedankenblitz. Unser Verstand ist darauf ausgelegt, ständig zu denken. Es ist prinzipiell unmöglich, nichts zu denken. Nun gehen Sie über zu einer weiteren Übung: Zählen Sie innerlich ganz langsam von eins bis zehn. Gehen Sie aber in Gedanken immer wieder zur Eins zurück, wenn Sie etwas anderes denken als eine der Zahlen. Mit dieser Übung wird es schon leichter, die eigenen Gedanken zu zähmen. Der Geist ist auf die Zahlen eingeengt, die Gedankenflut verringert sich deutlich. Im Yoga heißt es, dass wir 1000 Gedankenimpulse in einer Sekunde haben. Pro Tag erscheinen in unserem Bewusstsein circa 30.000 bis 50.000 Gedanken - ein ständiger geistiger Wasserfall.

Am Anfang der Meditation steht also die Frage, wie bringe ich meine ständigen Gedanken zur Ruhe? Hierfür gibt es je nach Meditationstechnik unterschiedliche Hilfsmittel. Einige Konzentrationspunkte für unseren Geist sind zum Beispiel der Atem, ein Punkt auf dem Boden, das Licht einer Kerze oder ein Mantra. Im Kundalini-Yoga gibt es diverse Arten der Meditation. Am häufigsten benutzen wir Mantren. Diese Meditationswörter haben einen besonderen Klang und eine tiefe Bedeutung. Wir können aber auch ein deutsches Wort für die Meditation benutzen. Denken Sie zum Beispiel für einen Moment immer wieder das Wort Freude. Die ständige Wiederholung dieses Wortes bringt zuerst alle Ereignisse in un ser Bewusstsein, die uns freudig stimmen oder gestimmt haben. Möglicherweise erkennen wir auch, dass es uns im Moment an Freude fehlt, und werden dadurch noch trauriger. Es ist deshalb oft leichter, mit Worten zu meditieren, die in unserem Bewusstsein nicht mit irgendwelchen Ereignissen verknüpft sind.

Die geistige Technik, die Gedanken bewusst zu lenken, lässt uns auch im Alltag achtsamer werden. Wir denken zentrierter, statt ständig von umhersausenden Gedanken beeinflusst zu werden. Im Laufe des Lebens machen wir nicht selten Erfahrungen meditativer Art, ohne uns dessen bewusst zu sein. Erinnern Sie sich einmal an die großen Momente Ihres Lebens: Augenblicke, die eine große Befriedigung erzeugt haben. Momente, in denen Sie eine tiefe Erfahrung machen durften. Dies waren sicherlich Erlebnisse mit intensiven Gefühlen. Tiefe Liebe, erfüllte Sexualität, eine ergreifende Musik oder eine plötzliche, schöpferische Inspiration gehören ebenso dazu wie die Geburt eines Kindes, ein wundervoller Sonnenuntergang oder die Befriedigung nach getaner Arbeit.

Alle diese Erfahrungen sind uns nicht fremd. Sie haben keinen mystischen, okkulten Charakter, sondern sind einfach Ausdruck eines intensiven Lebensgefühls. In diesen Momenten fühlen wir uns eins mit uns selbst und mit der Schöpfung. Wir empfinden nur noch Glück, Ekstase oder Seligkeit. Gleichzeitig nehmen diese Erlebnisse einen Schleier von unserem Bewusstsein, sodass wir das Wesen der Dinge, das Geheimnis des Lebens erkennen. Meditation ist ein Weg zu diesem Einssein. Voraussetzung ist jedoch wirkliche Achtsamkeit und das Leben im Hier und Jetzt.

Ein Mantra, zum Beispiel Ong (Schöpfungskraft), hat immer eine positive Bedeutung und Schwingung. Es setzt sich während der Meditation wie ein Samenkorn in unser Unterbewusstsein. Dort aktiviert es Gedanken und Verhaltensmuster und bringt sie so in unser Bewusstsein. Dabei steigen auch negative Gedanken auf. In der Meditation reinigen wir unseren Geist von unbewussten Mustern. Gleichzeitig füllen wir unser Unterbewusstsein mit der positiven Schwingung des Mantras. Durch die Konzentration unseres Geistes auf die Schöpfungskraft, verändert sich unser Bewusstsein. Vielleicht fühlen wir uns am Anfang der Meditation noch etwas niedergeschlagen oder überdreht. Durch die Beschäftigung mit der Schöpfungskraft erhalten wir neue positive Impulse, wie wir unser Leben glücklicher gestalten oder uns mehr für unsere Umwelt einsetzen können.

Die Meditation ist also ein Weg der Erkenntnis. Hier erfahren wir, wie und wer wir wirklich sind. Man kann diesen Prozess mit Vorgängen in der Psychotherapie vergleichen. Die Auswirkungen von Meditationen sind jedoch viel weitreichender. Durch die Konzentration der Gedanken und die Achtsamkeit finden wir zu einer inneren Ruhe, die uns die Möglichkeit gibt, das Wesentliche, das wirklich Wichtige in unserem Leben zu erkennen.

Wir erfahren in der Meditation auch die Einheit aller Menschen, aller Lebe wesen und allen Lebens. Meditation wird so auch zu einem Weg der Hingabe. Sie gibt uns die Ehrfurcht vor dem Leben zurück. Wenn wir meditieren, geben wir uns an etwas Größeres und Höheres hin - an eine schöpfende Macht, die in uns selbst begründet ist und, gleichzeitig auch außerhalb von uns alles Geschehen beeinflusst. Meditation öffnet das Herz und macht uns fähig, uns selbst zu lieben. Gleichzeitig schenkt sie uns auch die Liebe zur Schöpfung in all ihren Formen und Ausdrucksmöglichkeiten.

Wir erfahren, dass alles, was uns geschieht, einen tieferen Sinn hat. Durch diese aktive, bewusste Hingabe an jeden Moment des Lebens werden wir wirklich frei! Meditation ist somit Weg und Ziel zugleich.


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